Die Kognoskopie: Umfassende Alzheimer-Prävention und Gehirngesundheit

03.02.2026 | Demenz, Gesundheit

Die Kognoskopie ist eine umfassende medizinische Evaluation, die Experten für jeden ab 45 Jahren empfehlen und Teil des ReCODE Protokolls.

Ihr Ziel ist es, individuelle Risikofaktoren zu identifizieren und die biologischen Grundursachen für kognitiven Abbau frühzeitig zu erkennen.

Das Konzept zieht eine Analogie zur Koloskopie (Darmspiegelung) in der Krebsvorsorge. Die Kognoskopie sucht jedoch nach den sprichwortlichen „Löchern im Dach“ – jenen metabolischen, genetischen und umweltbedingten Faktoren, die das Gehirn in Richtung Synapsenzerstörung treiben.

Die 6 Säulen einer vollständigen Kognoskopie

Die Kognoskopie ist eine umfassende Untersuchung, die jedem ab 45 Jahren empfohlen wird, um individuelle Risikofaktoren und die Grundursachen für kognitiven Abbau zu ermitteln.

In Anlehnung an die Koloskopie zur Darmkrebsvorsorge zielt dieses Verfahren darauf ab, die „Löcher im Dach“ zu identifizieren – also die verschiedenen metabolischen, genetischen und umweltbedingten Faktoren, die ein Gehirn in Richtung Synapsenzerstörung treiben.

Dieser Prozess geht weit über eine Standarduntersuchung hinaus und umfasst sechs spezifische Bewertungskategorien:

1. Genetische Analyse (ApoE-Status)

Der primäre Fokus liegt auf der Bestimmung Ihres ApoE-Status. Das Vorhandensein des ApoE4-Allels gilt als stärkster genetischer Risikofaktor für Alzheimer.

  • Hinweis: Kommerzielle Tests wie 23andMe liefern diese Basisdaten, übersehen jedoch oft spezifische Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs) wie APP, PS1 oder TREM2, die ebenfalls mit Neurodegeneration assoziiert sind.

2. Umfassende Blutanalyse (Optimale Werte statt Normwerte)

Eine Kognoskopie sucht nicht nach dem medizinischen Durchschnitt („normal“), sondern nach optimalen Werten für die Gehirngesundheit. Wichtige Biomarker sind:

  • Entzündungsmarker:

    • hs-CRP (High-Sensitivity C-Reactive Protein): Ziel < 0,9 mg/L

    • Albumin/Globulin-Quotient (A/G): Ziel ≥ 1,8

  • Metabolische Gesundheit (Insulinresistenz):

    • Nüchterninsulin: Ziel ≤ 4,5 mIU/ml

    • Hämoglobin A1c (HbA1c): Ziel < 5,6%

    • Nüchtern-Glukose: Ziel 70–90 mg/dL

  • Nährstoffe & Vitamine:

    • Homocystein: Ziel < 7 µmol/L (kritischer Marker für B-Vitamin-Status)

    • Vitamin B12: Ziel 500–1500 pg/ml

    • Weitere: Vitamin B6, Folsäure, Vitamin D, Vitamin E

  • Hormonstatus:

    • Schilddrüse: Freies T3, Freies T4, Reverses T3, TSH

    • Sexualsteroide: Estradiol, Progesteron, Testosteron, Pregnenolon, DHEA

  • Toxine & Schwermetalle:

    • Screening auf Quecksilber, Blei, Arsen

    • Kupfer-Zink-Verhältnis: Optimal 0,8–1,2

3. Kognitive Leistungsbewertung

Es muss ein messbarer Ausgangswert (Baseline) der mentalen Leistungsfähigkeit erstellt werden.

  • Basis-Test: MoCA (Montreal Cognitive Assessment) – Dauer ca. 10 Minuten.

  • Computergestützte Verfahren: Sensitivere Tests wie CNS Vital Signs, BrainHQ oder Neurotrack (Eye-Tracking zur Erkennung neuer Objekte).

4. Bildgebende Verfahren (MRT mit Volumetrie)

Ein Standard-MRT reicht oft nicht aus. Die Kognoskopie nutzt MRT mit Volumetrie-Software (z. B. Neuroreader oder NeuroQuant).

  • Ziel: Messung der exakten Größe spezifischer Hirnregionen (wie des Hippocampus) im Vergleich zum altersentsprechenden Perzentil, um Atrophie (Gewebeschwund) frühzeitig zu erkennen.

5. Anamnese und Lebensstil-Analyse

Identifizierung von „Dementogenen“ (demenzfördernden Faktoren) in der Historie des Patienten:

  • Kopftraumata oder Vollnarkosen in der Vergangenheit.

  • Zahnamalgam (Quecksilber) oder hoher Fischkonsum.

  • Umweltgifte (z. B. Schimmelpilzbelastung im Wohnraum).

  • Lebensstilfaktoren: Schlafapnoe, orale Hygiene, kognitionsschädliche Medikamente (Statine, PPIs).

6. Barriere- und Immuntests (Typ 1 & Typ 3 Alzheimer)

Zur Erkennung von entzündlichem (Typ 1) oder toxischem (Typ 3) Alzheimer werden Barrieren geprüft:

  • Leaky Gut: Tests auf Magen-Darm-Durchlässigkeit.

  • Blut-Hirn-Schranke: Prüfung der Integrität.

  • Immunsystem: Marker wie C4a und TGF-β1 zum Ausschluss eines chronischen Entzündungsreaktionssyndroms (CIRS), oft ausgelöst durch Biotoxine.

Das Ziel: Das ReCODE Programm

Das Ergebnis der Kognoskopie ist keine bloße Diagnose, sondern der Startpunkt für einen personalisierten Therapieplan (oft ReCODE genannt). Ziel ist es, die identifizierten Ungleichgewichte unter den 36 bekannten Einflussfaktoren gezielt zu korrigieren.


FAQ: Häufige Fragen zur Kognoskopie

Hier ist ein FAQ-Bereich, der speziell strukturiert ist, um in den „People Also Ask“-Boxen von Google oder als direkte Antwort von KI-Assistenten zu erscheinen (Schema.org FAQPage empfohlen).

Was ist der Unterschied zwischen einer Kognoskopie und einem normalen Demenz-Check?

Während ein normaler Arztbesuch oft nur kurze Gedächtnistests und Standard-Blutbilder umfasst, ist die Kognoskopie eine tiefgehende funktionelle Analyse. Sie prüft über 36 spezifische Faktoren (Genetik, Toxine, Hormone), um kognitiven Abbau Jahre vor dem Auftreten von Symptomen zu erkennen.

Für wen ist eine Kognoskopie sinnvoll?

Experten empfehlen eine Kognoskopie für jeden ab 45 Jahren. Besonders wichtig ist sie für Personen mit familiärer Alzheimer-Vorgeschichte, Träger des ApoE4-Gens oder Menschen, die bereits subjektive kognitive Einschränkungen („Brain Fog“) bemerken.

Was bedeutet ein hoher Homocystein-Wert bei der Kognoskopie?

Ein Homocystein-Wert über 7 µmol/L deutet auf einen suboptimalen Vitamin-B-Status und Methylierungsprobleme hin. Hohes Homocystein ist ein bekannter Risikofaktor für Hirnatrophie (Schrumpfung des Gehirns) und Alzheimer.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Kognoskopie?

In der Regel übernehmen gesetzliche Krankenkassen in Deutschland die Kosten für eine solch umfassende präventive Analyse nicht vollständig. Einzelne Bausteine (wie das MRT oder Standard-Blutwerte) können abgerechnet werden, aber spezialisierte Tests (Genetik, Volumetrie, Toxine) sind oft Selbstzahler-Leistungen.

Was ist das ReCODE Protokoll?

ReCODE steht für „Reversal of Cognitive Decline“. Es ist das therapeutische Protokoll, das auf den Ergebnissen der Kognoskopie basiert. Es wurde von Dr. Dale Bredesen entwickelt und nutzt Ernährung, Lifestyle-Anpassungen und Nahrungsergänzungsmittel, um die identifizierten Defizite auszugleichen.

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